Drazan kontert: "Schulterklopfer? Schwachsinn!" (Quelle: sportnet.at)

Rapid-Coach Peter Pacult verordnete Christopher Drazan eine Nachdenkpause und wirft dem 19-Jährigen "ein schlechtes Umfeld" vor. Jetzt kontert Vater und Fußballlegende Fritz Drazan.

„Er muss über seine Leistung nachdenken. Er hat leider nur Leute um sich, die ihm auf die Schulter klopfen“, begründet Peter Pacult die Nichtberücksichtigung des Mittelfeld-Juwels.

Worte, die wohl vor allem an Vater und Austria-Ikone Fritz Drazan gerichtet sind.
Fritz Drazan: "Kritisiere Christopher oft genug"
Als wir ihn am Donnerstagmorgen mit den Sagern des Rapid-Trainers konfrontieren, meint dieser: „Ich möchte das eigentlich gar nicht kommentieren, nur so viel: Ich kritisiere Christopher oft genug, wenn es auch angebracht ist. Dass ich ihm auf die Schulter klopfe, ist absoluter Blödsinn.“

Der 53-Jährige, der zurzeit den Wiener Sportklub trainiert, betont: „Es wäre wünschenswert, wenn jeder 19-Jährige so ein Umfeld hätte wie Christopher, dann hätten wir hierzulande weit mehr gute Fußballer.“

Zurzeit deutet vieles darauf hin, dass Pacult wieder auf die altbewährte Europa-League-Taktik - nämlich ein 4-2-3-1-System - setzt, in welchem Drazan auf der linken Seite wohl durch Christoph Saurer ersetzt werden würde.


Interview mit Christopher Drazan (Quelle: www.skrapid.at)

skrapid.at: Christopher, der Ex-Rapidler Stefan Maierhofer hat vor ein paar Tagen in einem Interview gemeint: „... es ist halt eben ein Unterschied, ob dir als Stürmer die Flanken so genau auf den Kopf serviert werden wie vom Christopher Drazan oder nur hoch nach vorne gedroschen werden.“ Ein schönes Kompliment, wenn man bedenkt, dass dein ehemaliger Mitspieler in England aktiv ist?

Christopher Drazan: Das ist wirklich ein sehr schönes Kompliment vom „Langen“. Das eine oder andere Tor hab ich ihm ja wirklich ganz gut aufgelegt. Die Flanken aus vollem Lauf von links gehören sicher zu meinen Spezialitäten. Durch meine Schnelligkeit mit dem Ball kann ich mich immer wieder in eine gute Flankenposition bringen und dem Gegenspieler ein paar entscheidende Schritte vor der Hereingabe abnehmen.

Auch dein Freund „Jimmy“ Hoffer vermisst in Italien sicher schon deine Assists.

Der „Jimmy“ hat eine sehr schwere Phase hinter sich. Bisher lief es bei Napoli sicher nicht so, wie er sich das vorgestellt hat und wir alle es ihm gewünscht haben, aber ich bin mir ganz sicher, dass er den Durchbruch international noch schafft. Davon bin ich wirklich hundertprozentig überzeugt.

Deine Zukunftswünsche liegen wohl auch im Ausland?

Sicher ist es ein Ziel jedes Profis, einmal auch in einer großen internationalen Liga wie in Deutschland, Spanien oder England zu spielen, aber das ist für mich derzeit noch überhaupt kein Thema. Ich möchte mich, bis es so weit ist, noch positiv weiterentwickeln, meine Stärken ausbauen und meine Schwächen verringern. Bei Rapid habe ich die Chance bekommen, meine Profikarriere zu starten, und ich möchte mit Rapid noch einiges erreichen, bevor ich vielleicht irgendwann den Sprung ins Ausland schaffe. Aber wie gesagt, im Moment zählt nur Rapid und mit allem anderen brauch ich mich noch nicht zu beschäftigen.

Zum Abschluss kommen wir noch zum heutigen Gegner. Deine Erwartung für das heutige Spiel?

Wr. Neustadt spielt unter Trainer Schöttel ein sehr positives Frühjahr.Aber so leid es mir für die Rapid-Legende Schöttel tut, heute fahren sie mit einer Niederlage und null Punkten im Gepäck heim.